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[TEXT] 2015 07 07 - Interview Till, Peter, rockstar.ch
AlonsoДата: Вторник, 07.07.2015, 17:27 | Сообщение # 1
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TILL: „HARDCORE-RAMMSTEIN-FANS WERDEN DIE PLATTE VERMUTLICH NICHT MÖGEN.“

Rammstein machen zwar gerade Pause, sind aber nicht untätig: Gitarrist Richard Kruspe releaste im Herbst die zweite Platte „Silent So Long“ seiner Band Emigrate, Tastenmann Christian „Flake“ Lorenz veröffentlichte seine Autobiografie „Der Tastenficker“ und Fronthüne Till Lindemann hat sich mit dem schwedischen Multiinstrumentalisten und Produzenten Peter Tägtgren von Hypocrisy und PAIN zusammengetan. Unter dem Namen Lindemann haben die beiden mit „Skills In Pills“ ihr erstes gemeinsames Album herausgebracht und mit uns darüber gesprochen.

(Till Lindemann hat vor Beginn des Interviews den Raum verlassen und Peter Tägtgren gebeten, schon mal zu beginnen.)

Woher kennt ihr euch eigentlich?
Peter Tägtgren: Es begann alles im Jahr 2000, als wir uns näher kennenlernten. Till sollte mir beim Gesang für eines meiner Alben helfen, aber es kam nicht dazu, weil wir beide die ganze Zeit zu beschäftigt waren. Aber wir blieben in Kontakt, im vorletzten Sommer waren Rammstein in Schweden und Till lud mich ein. Wir unterhielten uns ein wenig, bevor er auf die Bühne ging, wobei er meinte, dass Rammstein für zwei Jahre eine Pause einlegen würden und wir etwas zusammen machen sollten.

Dich und Till verbindet zudem eine Vielzahl von Geschichten, angefangen bei der durch dich verhinderten Prügelei in einer Biker-Bar über die gemeinsame Jägermeister-Sauferei bis hin zur absurden Wette, wer wohl seinen Arm am längsten über eine brennende Kerze halten könne…
Peter: Ja, schon, aber eine Platte produziert sich schliesslich nicht von selbst und gemeinsame Geschichten allein führen auch zu keinem Album. Wir mussten schon hart arbeiten, aber um ein ganzes Werk ging es zunächst auch gar nicht. Wir haben seit 2000 immer mal wieder darüber gesprochen, irgendwann ein paar Stücke zusammen zu schreiben – doch entweder war ich beschäftigt oder Till hatte mit Rammstein zu tun. Als Till mir dann sagte, dass Rammstein zwei Jahre lang pausieren würden, konnten wir uns endlich dem alten Plan widmen. Dann stellte sich die Frage, wie wir es machen. Wir beschlossen daraufhin, dass einer den anderen kreativ füttern sollte. „Ladyboy“ war das erste Stück, für das ich Vorschläge machte. Till arbeitet in seinem Studio an den Texten und am Gesang und schickte mir dann diese Aufnahmen. Und die waren sowas von gut. Till war zunächst ein wenig unsicher, weil die Texte anders als bei Rammstein in Englisch gehalten waren. Er hatte Bedenken wegen seines deutschen Akzentes und wollte das besser machen. Ich sagte ihm: „Bloss nicht, das ist absolut charmant.“ Es fühlte sich gut und richtig an, ihn in Englisch singen zu hören. Und auf keinen Fall wollten wir etwas tun, das sich im Fahrwasser von Rammstein bewegte – das hätte ja auch absolut keinen Sinn gehabt; genauso wenig, wie wir uns PAIN oder Hypocrisy, also meinen Projekten annähern wollten. Wir wollten eine neue, andere, kreative Welt erschaffen, in der alles möglich war. Hätten wir Dubstep-Anleihen machen wollen, hätten wir es tun können oder wenn wir nur mit Sequenzern hätten arbeiten wollen, wir hätten es gemacht. Es gab einfach keinerlei Vorgaben.

(Till kommt ins Zimmer zurück, schaut den bereits sprechenden Peter an und verabschiedet sich.)

Till Lindemann: Ich seh dich dann heute Abend, Peter.
Peter: Ja, geh du nur nach Hause, Till. Ich krieg das hier schon alleine gebacken.

Das ist doch die Geschichte: Till Lindemann verlässt das Interview, ohne ein einziges Wort gesagt zu haben.
Till: Genau, ist es nicht das, was die Leute eigentlich lesen wollen, etwas über einen Eklat? Oder will wirklich jemand das ganze Gespräch haben? Aber wo seid ihr gerade?

Es geht gerade darum, wie sich der gemeinsame Arbeitsprozess vollzogen hat. Da bietet sich gleich folgende Frage an: Hast du die Texte erarbeitet und Peter steuerte die Musik bei?
Till: Ja und nein. Natürlich habe ich an den Texten und am Gesang gearbeitet, aber auch, was den musikalischen Anteil angeht, haben wir uns gegenseitig beflügelt und gleichzeitig korrigiert. Ich wollte immer viele Gitarren haben und Peter lieber Sequenzer – auch wenn ich die Melodien und die Riffs nicht geschrieben habe, ist das fertige Lied absolut ein Gemeinschaftsprodukt.

Ging es textlich von Beginn an auf Englisch los?
Till: Ja, ich wollte das so. Aber es bestanden schon gewisse Zweifel, deshalb war Peter auch der einzige, dem ich die Texte zeigte. Er war sofort begeistert und bestärkte mich darin, genau so weiter zu machen und schickte mir gleich den nächsten musikalischen Vorschlag. Und den nächsten sogleich hinterher. Ich hatte so gar keine Zeit mehr, weiter über die englischen Texte nachzudenken.

Aber hat Kunst die grossen Ergebnisse nicht immer dann hervorgebracht, wenn nicht zu viel überdacht wurde?
Peter: Unbedingt, du musst es einfach fliessen lassen und dann zugreifen. Und dann befeuert eine Idee die nächste, bis es einen Ideen-Flächenbrand gibt.

Wann war eigentlich klar, dass ihr doch an einem kompletten Album arbeitet?
Till: Vier Monate nach dem ersten kreativen Ping-Pong fuhr ich nach Schweden, um mit Peter an den Stücken weiterzuarbeiten. Einen konkreten Plan für ein Album gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wir dachten eher an eine EP.

Die Musik auf „Skills In Pills“ ist episch, hymnisch, sie ist gross instrumentiert, fast orchestriert…
Till: Das hat sich im Rahmen der Zusammenarbeit so ergeben. Aber ich mag ja die gross angelegten Klangwände, da erzähle ich nichts Neues. Dennoch werden eine Menge Hardcore-Rammstein-Fans die Platte vermutlich nicht mögen, weil sie die deutsche Sprache und die harschen Klänge vermissen.
Peter: Die orchestrale Grösse hängt sicherlich auch damit zusammen, dass zwei Künstler mit völlig unterschiedlichen Vorstellungen von Liedstrukturen zusammengearbeitet haben. Auch beim Arrangement haben sich diese gegensätzlichen Welten befruchtet. Und jetzt liegen Stücke vor, die himmelhoch und abgrundtief gross sind.

Wer so zusammenarbeitet, wie ihr beide, der muss doch stets mit dem Unerwarteten, dem Überraschenden rechnen.
Till: Bei vielen Liedern haben wir am Anfang definitiv nicht erwartet, dass sie am Ende so sein würden, wie sie jetzt auf der Platte zu hören sind. Doch wer von Anfang an die Regel ausgibt, dass es keine Regeln gibt, der kann auch das Unerwartete oder Überraschende für seine Stücke nutzen.

Wenn der erste musikalische Pflock eingeschlagen ist, seid ihr ab diesem Punkt schnelle Arbeiter?
Till: Peter ist unglaublich schnell, besonders, wenn es ums Programmieren geht. Ich brauche da mehr Zeit.

Bei den Texten regiert auf der Platte die Vielfalt – die Themen reichen von Sex über politische Statements bis hin zu zutiefst persönlichen Aussagen…
Till: Wenn ich mir eine Platte kaufe, dann erwarte ich diese Bandbreite unterschiedlicher Aussagen zu unterschiedlichen Themen – das macht ein Album doch erst richtig spannend. Also handle ich bei meinen eigenen Texten stets nach der Maxime der Vielfalt und versuche, mich in die Rolle des Hörers zu versetzen.

Wie viele Musiker waren am Ende an der Produktion von „Skills In Pills“ beteiligt?
Peter: Das waren letztendlich nur Till und ich – bis auf die Orchester-Arrangements, die hat der Holländer Clemens Wijers so richtig hochgepimpt.

Wird aus dem Studioprojekt Lindemann auch das Liveprojekt Lindemann?
Till: Vermutlich schon. Aber da ist noch nix fix.

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