[ Новые сообщения/New messages · Участники/Members · Правила форума/Forum Rules · Поиск/Search · RSS ]
Страница 1 из 11
Forum » RAMMSTEIN SIDE PROJECTS » Lindemann (Official & Interview) » [TEXT] 2015 06 25 - Interview Till, Peter, szenerostock.de
[TEXT] 2015 06 25 - Interview Till, Peter, szenerostock.de
AlonsoДата: Четверг, 02.07.2015, 09:04 | Сообщение # 1
Ex-moderator [2010-2016]
Группа: Site friend
Сообщений: 7643
Статус: Off Clan
Auch in seinem eigenen Projekt „Lindemann“ bleibt Rammstein-Sänger Till Lindemann ein Meister der Provokation. Gemeinsam mit Peter Tägtgren von der legendären schwedischen Death-Metal-Combo „Hypocrisy“ hat er ein Album mit bitterbösen und ironischen Songs zu Themen wie Abtreibung, Körperkult, Drogen oder Fetischismus aufgenommen. Das Werk namens „Skills In Pills“ erschien am 19.06. und ist nichts für schwache Nerven. Wie dieses Album entstanden ist und welche Bedeutung es für beide Seiten hat, erzählt das Duo ausführlich im Interview.

SZENE: Was ist „Lindemann“, ein Duo oder gar eine neue Band?

TILL LINDEMANN: Gute Frage, ich weiß es nicht. Nennen Sie uns doch einfach Musik-Duo wie die „Carpenters“!

PETER TÄGTGREN: Dieses Album aufzunehmen war das reinste Vergnügen, weil es so viel Spaß gemacht hat, Songs zusammen schreiben. Aber jetzt müssen wir den nächsten Schritt planen, denn wir haben noch keine korrekte Antwort auf Fragen wie diese. Bislang waren wir ausschließlich auf das Schreiben und Aufnehmen der Songs konzentriert. Ich denke, wir werden versuchen, eine Band zu sein, auch wenn diese nur aus mir und Till besteht.

SZENE: Wer hatte die Idee zu dieser Band?

LINDEMANN: Jägermeister! Wir lernten uns vor 15 Jahren kennen und in einer alkoholgeschwängerten Nacht beschlossen wir, eines Tages etwas zusammen zu machen. So was sagt man als Musiker oft, aber wir haben unser Versprechen wirklich eingehalten. Wir haben uns dann immer wieder in Schweden getroffen, und weitergearbeitet - ich bin sowieso oft dort, weil in Stockholm der Produzent von „Rammstein“ lebt.

SZENE: Auf einem Foto des Albumartworks zeigt Till Lindemann sich mit einer skurrilen Braut: ein düsteres, vierbeiniges Wesen im Hochzeitskleid. Wer genau hinsieht, erkennt Peter Tägtgren. Was wollen Sie mit diesem Bild sagen?

TÄGTGREN: Damit wollen wir Fragen provozieren. Keine Ahnung, was das Foto bedeuten soll! Ich denke, es ist das Symbol einer neuen musikalischen Hochzeit. Das Besondere an unserer Zusammenarbeit ist, dass wir ganz anders arbeiten als wir es von unseren Stammbands gewohnt sind. Und wir lernen viel voneinander.

LINDEMANN: Das Bild hat ein junger Fotograf gemacht. Zum Shooting brachte ich verschiedenste Requisiten und Kostüme mit und wir haben damit einfach herumexperimentiert. Über solche Bilder können wir uns kaputtlachen, wir nehmen uns selbst nicht so ernst. Manchmal sage ich zu Peter: „Was soll dieses stumpfe Metal-Riff?“ Und er antwortet dann: „Bist du eine Tunte oder warum singst du so hoch?“

SZENE: Ist dieses Album der Beginn einer neuen Ära für Sie beide?

TÄGTGREN: Das hoffen wir. Wir sind sehr glücklich mit der Platte und in unseren Köpfen spuken noch viele weitere Ideen herum. Wenn das Album gut ankommt, werden wir vielleicht auch Konzerte spielen. Oder wir radeln mit einem Tandem durch Berlin und treten mit Klampfen auf dem Alexanderplatz auf nach dem Motto: Gibt uns etwas Kleingeld, wir haben Hunger!

SZENE: Haben Sie beide den Ehrgeiz, das harte Genre neu zu erfinden?

TÄGTGREN: Ich finde, man muss sich selbst immer wieder neu erfinden. Zum Beispiel haben wir bei manchen Songs die Gitarren zurückgenommen zugunsten von Bass und Sequenzer. Wir arbeiten bei „Lindemann“ nicht nach einem Plan, wir schreiben einfach Songs. Und zwar ganz entspannt und ohne Druck. Wir möchten die dunkle Welt mit unserer Musik ein wenig aufheitern. Vielleicht stoßen sich manche an Tills Texten, aber ich finde sie vor allem lustig und in keiner Weise negativ oder verunglimpfend. Wenn man genauer hinschaut, wird man feststellen, dass sie nicht todernst gemeint sind.

SZENE: Und was, wenn nicht jeder Ihren Humor versteht?

LINDEMANN: Dann haben wir unser Ziel erreicht!

SZENE: Ist „Skills In Pills“ ein satirischer Song über das Musik-Business?

LINDEMANN: Für mich macht es überhaupt keinen Sinn, die Bedeutung eines Textes zu erklären. Es ist doch so, dass jeder einen Song auf seine Weise interpretiert. Wenn ich Ihnen die Wahrheit über diesen Text sagen würde, wären Sie wahrscheinlich enttäuscht. Lassen wir es also lieber offen!

SZENE: Herr Lindemann, wollten Sie schon immer mal ein englischsprachiges Album machen?

LINDEMANN: Dass ich bei einem Projekt mit Peter englische Texte schreiben würde, war von Anfang an klar. Auch, damit wir uns deutlich von Rammstein abgrenzen. Am Anfang war das komisch, weil in meinem inneren Kreis niemand Englisch spricht und ich deshalb ein bisschen unsicher war. Aber Peter hat mich die ganze Zeit ermutigt. Ich habe dann versucht, meine Art zu texten ins Englische zu übertragen, das bedeutet aber, dass man auch auf Englisch denken und Ideen entwickeln muss. Ich habe in der Zeit viele englische Bücher gelesen und Filme im Original geschaut. Deutsche Texte hätten bei dieser Zusammenarbeit keinen Sinn gemacht, die hätte Peter ja gar nicht verstanden.

TÄGTGREN: Ich muss schließlich wissen, weswegen man mich verklagt!

SZENE: Ihre Texte erinnern zuweilen an Frank Zappa, dessen ironische Lyrics seinerzeit viel Widerspruch ausgelöst haben.

LINDEMANN: Das sehe ich als Kompliment. (zitiert singend Zappa) „Fuck me, you ugly son of a bitch“ / “Fick mich, du miserabler Hurensohn. Aber beklecker nicht das Sofa”. Zappa was alemanophil!

SZENE: Erwarten Sie, wie Zappa zensiert zu werden?

LINDEMANN: In Amerika auf jeden Fall!

SZENE: Fordern Sie die Zensurbehörden bewusst heraus?

TÄGTGREN: Nein. Ich habe definitiv keine Lust, noch mal ins Studio zu gehen und zensierte Wörter durch Beep-Töne zu ersetzen. Ich vermute, in Amerika kriegt unser Album einen RIAA-Sticker: Parental Advisory – Explicit Lyrics (Elterliche Beratung – Eindeutiger Inhalt). Aber darum kümmert sich unsere Plattenfirma. Sollte man uns drüben tatsächlich zensieren, besorgen sich die Leute halt die Importversion.

SZENE: Was war für Sie die eigentliche Herausforderung bei dieser Platte?

LINDEMANN: Mit einem statt wie bei „Rammstein“ mit fünf Partnern zu arbeiten. Aber ehrlich gesagt kann man es gar nicht vergleichen, weil es zwei verschiedene Welten sind. Mit sechs Leuten ins Studio zu gehen und an einem Song zu arbeiten ist insofern schwierig, weil es immer sechs Meinungen gibt. Peter hat mir aufgezeigt, dass eine Person fast im Alleingang ein ganzes Album machen kann. Auf unserer Platte spielt er wirklich alle Instrumente selber, zudem hat er Teile des Mixings, Editing und Programming übernommen.

SZENE: Die Erwartungen sind sicher hoch, die Band trägt schließlich Ihren Namen, Herr Lindemann.

LINDEMANN: Keine Ahnung, darüber haben wir nie nachgedacht. Wir haben einfach zusammen Musik gemacht ohne größere Erwartungen im Hinterkopf. Es war mir egal, ob ich 25 Mal nach Schweden fliegen musste, manchmal sogar nur für einen Tag. Es hat einfach Spaß gemacht und ich hatte das Gefühl, dass es sein musste.

Источник
 
Forum » RAMMSTEIN SIDE PROJECTS » Lindemann (Official & Interview) » [TEXT] 2015 06 25 - Interview Till, Peter, szenerostock.de
Страница 1 из 11
Поиск: