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[TEXT] 2015 06 17 - Interview Till, Peter, teleschau.de
AlonsoДата: Четверг, 25.06.2015, 21:32 | Сообщение # 1
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Vier Wochen Lindeman-Pressearbeit haben Peter Tägtgren und Till Lindemann schon hinter sich, als sie sich im Münchner Hotel Bayerischer Hof zu einem weiteren Interviewtag einfinden. Sie kommen gerade aus London, waren unmittelbar davor in Paris, Stockholm, Warschau und Berlin, um für das Album "Skills In Pills" (erscheint am 19. Juni) zu trommeln. Ein paar Termine in den USA, Mexiko und Kanada stünden noch aus, wie der 45-jährige Tägtgren erzählt. Die schwedische Metal-Ikone (Pain, Hypocrisy) räumt eine gewisse Müdigkeit ein, lässt sich davon aber nichts anmerken. Tägtgren erzählt offenherzig von seiner deutschen Ex-Frau und davon, was für eine schwierige Sprache die deutsche doch sei. Ein paar Schimpfwörter kann er aber: "Klar, die lernt man als erstes." Ehe er eine Kostprobe liefern kann, stößt Till Lindemann hinzu, der bis eben noch irgendwo im Hintergrund herumschwirrte. Der 52-jährige Rammstein-Frontmann, erklärtermaßen kein Fan von Pressearbeit, ist ebenso entspannt und redefreudig wie sein musikalischer Socius.

teleschau: Die Band heißt Lindemann, und doch sitzen Sie zu zweit hier. Ist Lindemann nun ein Soloprojekt oder doch eher eine Band?

Till Lindemann: Es ist eine Zwei-Mann-Band - wir sind so etwas wie die Pet Shop Boys des Rock'n'Roll.

teleschau: Warum dann ein Name, der nur die halbe Band repräsentiert?

Peter Tägtgren: Die Sache ist die: Wir suchten über ein Jahr lang nach einem Namen für die Band, konnten aber keinen finden - es schien unmöglich. Wir hatten zwar viele clevere Ideen, Google sagte uns dann aber immer, dass die Namen schon vergeben sind. Am Ende landeten wir schon bei richtig albernen Ideen.

teleschau: Zum Beispiel?

Tägtgren: "Flies On Your Penis".

Lindemann: Wir wollten unbedingt etwas finden, das passt und gut klingt. Und dann muss man ja auch ein Logo und andere visuelle Elemente im Kopf haben.

Tägtgren: Irgendwann schlug dann jemand vor, das Ding schlicht und einfach "Lindemann" zu nennen. Anfangs gefiel mir die Vorstellung nicht, weil ich das Gefühl hatte, plötzlich kein gleichberechtigter Teil des Projekts mehr zu sein. Inzwischen bin ich aber doch überzeugt.

teleschau: Herr Lindemann ist demnach also nicht der Boss bei dieser Sache?

Tägtgren: Er denkt nur, er sei der Boss. Ich lasse ihn gern in dem Glauben. (lacht)

teleschau: Und die Namensfindung hätte theoretisch auch auf "Tägtgren" hinauslaufen können ...

Lindemann: Bei so einem Bandnamen würde ja niemand die Platten kaufen! (lacht)

Tägtgren: Am Ende ist es ja auch nur ein Name. Die Leute werden das irgendwann schon begreifen und aufhören, Lindemann als ein reines Soloprojekt zu betrachten.

teleschau: Wenn Sie schon über ein Jahr über dem Namen des Projekts brüteten - wann hat denn all das angefangen?

Lindemann: Tatsächlich wollten wir schon lange etwas zusammen machen. Wir sind seit den 90-ern befreundet, schoben die Zusammenarbeit aber über Jahre vor uns her, weil wir nie die nötige Zeit fanden. Im September 2013, nach dem Wacken Open Air, rief ich Peter dann endlich an. Er schickte mir daraufhin ein Instrumental, und ich spielte ein wenig damit herum - der Song landete schließlich als "Ladyboy" auf dem Album. Dann schickte er mir weitere Tracks, und irgendwann fuhr ich nach Schweden in sein Studio, und wir fingen an, die Sachen aufzunehmen.

teleschau: Zunächst gab es also gar keine Pläne für ein ganzes Album?

Lindemann: Anfangs hatten wir eher eine EP im Sinn, aber irgendwann dachten wir: "Okay, vielleicht kann da doch etwas mehr draus werden." Ich hatte dann auch einen echten Lauf. Da ich hier alles auf Englisch singe, gab es eine Menge neuer Wörter und Phrasen, mit denen ich spielen konnte. Es war ein sehr intensiver, kreativer Prozess.

teleschau: Sie feierten mit ihrem deutschen Gesang bei Rammstein riesige internationale Erfolge. Wieso entschlossen Sie sich, für Lindemann auf Englisch zu singen?

Lindemann: Zuallererst, weil ich Lindemann klar von Rammstein trennen möchte - das Projekt soll für sich stehen. Ich wollte aber natürlich auch, dass Peter weiß, was ich da singe. Dass er die Bedeutung und die Themen meiner Texte kennt. Anders hätte die Zusammenarbeit nicht funktioniert.

teleschau: Das klingt alles tatsächlich nach echter Teamarbeit.

Tägtgren: Es war toll, entwickelte sich sehr natürlich und ganz ohne Stress. Der Stress hat erst später begonnen, als die Sache richtig ins Rollen kam. Deshalb hielten wir das Projekt auch so lange geheim. Wir wollten nicht, dass uns die Leute im Nacken sitzen und uns möglicherweise zu Dingen drängen, die wir eigentlich gar nicht wollen. Als wir dann zehn fertige Songs hatten, mussten wir es schließlich irgendjemandem sagen ...

teleschau: Geheimhaltung und Vorsicht scheinen auch gegenüber der Presse eine wichtige Rolle zu spielen. Allein im Vorfeld dieses Interviews mussten zwei Verträge unterschrieben werden - eine Verschwiegenheitserklärung für den Streaming-Link zum Album und ein Vertrag, der die Veröffentlichung des Gesprächs regelt ...

Tägtgren: Echt? Heiliger Strohsack!

Lindemann: Wir haben in der Vergangenheit viele schlechte Erfahrungen gemacht, wenn wir Dinge ohne Vertrag gemacht haben. Diese Industrie, in der wir arbeiten, ist riesig - da brauchst du einfach Grenzen, um dich abzusichern. Es gibt so viele Leaks, und wenn etwas raus ist, ist es raus. Der Schaden, der dabei entsteht, ist riesig. Deshalb ist das Management immer sehr vorsichtig, egal, worum es geht. Peter selbst hatte in der Hinsicht auch einige Probleme, er kann ein Lied davon singen. Für uns beide war es anfangs nicht einfach, das Projekt zu entwickeln und eine Vereinbarung zu treffen, mit der alle Parteien zufrieden sind.

teleschau: Schwierig inwiefern?

Lindemann: Es geht dabei immer um Schutz - darum, dass Image und Reputation nicht geschädigt werden. Wenn es um meine Person geht, geht es immer auch um Rammstein, und da wollen die Menschen im Hintergrund natürlich sicherstellen, dass sich alles in die richtige Richtung entwickelt.

Tägtgren: Es gab Befürchtungen, dass ich Till wie einen Idioten aussehen lassen könnte, dass ich mich in seinem Erfolg sonnen will. Aber inzwischen ist das Resultat unserer Zusammenarbeit bekannt - jeder weiß, dass wir ein gutes Team sind. Und jetzt sind alle glücklich. Im Moment freuen wir uns einfach darauf zu sehen, wie die Fans auf das Album reagieren - ob es "Arschbombe" ist oder nicht.

teleschau: Der englische Gesang und der neue Sound dazu wird einige Hörer sicher überraschen ...

Tägtgren: Wie die Menschen darauf reagieren, hängt vor allem davon ab, was sie vor dem Hören über Lindemann denken und was sie erwarten. Wenn sie auf die alten Sachen hoffen, die Till oder ich früher gemacht haben, werden sie Lindemann womöglich nicht mögen. Wenn die Leute aber offen an die Sache herangehen und sich wirklich darauf einlassen - dann glaube ich, dass sie positiv überrascht werden.

teleschau: Herr Tägtgren, auf der Bühne hat Ihr Kollege mit seinen Auftritten oft schockiert, hier im Interview wirkt er ganz anders: ruhig, entspannt, fast schüchtern. Wie haben Sie ihn persönlich erlebt? Wie ist der "echte" Till Lindemann?

Tägtgren: Im Studio ist die Stimmung ähnlich wie hier. Wir unterhalten uns, diskutieren, lachen. Die Zusammenarbeit ist generell sehr entspannt. Ich glaube, so eine Trennung zwischen Bühnenperson und realer Person ist auch wichtig - sonst wirst du wahnsinnig. Tatsächlich habe ich schon bei vielen Menschen beobachtet, dass sie hinter der Bühne ganz ruhig sind und dann beim Gig ausflippen - oder umgekehrt.

teleschau: Welcher der beiden Kategorien würden Sie sich selbst denn zuordnen?

Tägtgren: Schwer zu sagen. Wie ich spiele, hängt immer vom Tempo der Musik ab. Bei mir gibt es jedenfalls keine Dildos und kein Feuer. (lacht)

teleschau: Gibt es denn Pläne, mit Lindemann zu touren?

Tägtgren: Wir denken darüber nach. Das hängt aber alles noch sehr in der Luft, wir müssen erst die Reaktionen der Fans abwarten. Es macht einen großen Unterschied, ob du vor 50, 500 oder 1.000 Leuten spielst. Denn was du live machen kannst, hängt immer auch von der Größe der Bühne ab.

Lindemann: Wenn ja, dann werden wir aber definitiv keine so aufwendigen Shows spielen wie mit Rammstein, und wir werden sicher auch nicht drei Monate am Stück touren, das hier ist eine andere Sache. Wir überlegen, ein paar Konzerte in kleineren Locations zu spielen, einfach nur mit viel Energie und gutem Sound.

teleschau: Wird es denn in absehbarer Zeit auch Neues von Rammstein geben?

Lindemann: Wird es, ja. Wir treffen uns im September oder Oktober und starten mit der Vorproduktion für ein neues Album. Als Erstes müssen wir uns aber einen neuen Proberaum suchen. Früher probten wir immer im Berliner Knaack-Club - aber der wurde geschlossen, weil sich die Nachbarn immer über den Lärm beschwerten.

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