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[TEXT] 2015 06 15 - Interview Till, Peter, Abendzeitung
AlonsoДата: Понедельник, 22.06.2015, 11:39 | Сообщение # 1
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"Wir werden in der Hölle schmoren": Till Lindemann, der Sänger von Rammstein, hat mit dem Metaller Peter Tägtgren aus Schweden ein Album herausgebracht

Der Sänger von Rammstein ist ein Mann, der das Mysterium liebt, der sich das Image des Unnahbaren gibt. Interviews? Das sind fast Jahrhundert-Ereignisse. Jetzt, da sich der 52-Jährige mit der schwedischen Metal-Ikone Peter Tägtgren (Pain, Hypocrisy) zum Neben-Projekt Lindemann zusammengetan hat, stellt sich Till Lindemann zusammen mit Tägtgren anlässlich der Veröffentlichung des Debüt-Werks „Skills In Pills“ (bei Warner) der AZ.

AZ: Herr Lindemann, Herr Tägtgren, wie kam es zu der Kollaboration zwischen Ihnen? Wer hatte die Idee?

PETER TÄGTGREN: Gleich zu Beginn die Schuldfrage, wow!

TILL LINDEMANN: Jägermeister, der berühmte Herr Jägermeister. Wir feierten in Stockholm. Die Nacht wurde länger, wir betrunkener. Da haben wir irgendwann beschlossen, wir machen mal was zusammen. Das ist viele Jahre her, aber wir blieben immer in Kontakt. Eines Tages rief ich Peter an, und wir sagten, lass uns einen Song machen. Nach vier Nächten waren es dann schon fünf Lieder.

Was hat Sie aneinander fasziniert?

TÄGTGREN: Wir haben schnell erkannt, dass unsere Werte, unsere Einstellung zum Leben identisch sind. Wir sind auf der Musikebene aber weit genug auseinander, dass wir für den anderen Türen im Kopf öffnen können.

LINDEMANN: Wir haben ein gutes Yin-Yang-Verhältnis. Er ist ein Metalhead, der immer die Gitarren auspacken will. Ich bin mehr der Kerl, der seine Wurzeln im Gothic hat, der Klavier, der Streicher will, der Atmosphäre schaffen will.

Wie würden Sie sich gegenseitig beschreiben?

LINDEMANN: Peter ist ein Workaholic, ein bodenständiger Kerl, er hat nicht diese großkotzige Rockstar-Attitüde, die ich so verachte.

TÄGTGREN: Till hat ein riesiges Herz, ist ein großer Gentleman. Er behandelt alle Leute mit Respekt, ausnahmslos. Er ist wie ein großer Bruder. Ich habe schon einen, jetzt habe ich zwei. Einen blonden großen Bruder.

Sie singen auf Englisch. Hatten Sie Angst, dass in einer fremden Sprache eines der wichtigsten Elemente von Rammstein – Humor – verloren geht?

LINDEMANN: Danke, dass das jemand ausspricht. Ja, ich hatte Angst. Aber ich wollte, dass Peter weiß, worum es in den Songs geht, was ich da in unserem Namen singe.

Muss gute Musik ein Element der Provokation haben?

TÄGTGREN: Für mich ist Kunst nicht zwanghaft dafür da, die Welt zu ändern, zu provozieren. Kunst zeigt in erster Linie, dass der Artist einen Kopf hat, in dem Ideen geboren werden. Wenn er sich auferlegt, die Welt provozieren zu müssen, beginnt fast eine Selbstzensur, weil er sich schon eine Richtung vorgibt.

LINDEMANN: Es ist sicher so, dass man, um Aufmerksamkeit zu bekommen, Besonderes tun muss. Nehmen Sie die Leute, die am Tourette-Syndrom leiden, die auf der Straße unkontrolliert Worte brüllen, wie Scheiße oder Schlampe. Jeder dreht sich um und will wissen, was los ist. Das muss man auch in der Welt der Kunst, wenn man nicht nur in seinem stillen Kämmerlein agieren will.

TÄGTGREN: Darin bist du gut. Till, der Tourette-Sänger!

LINDEMANN: Das war auch eine unserer Ideen für einen möglichen Bandnamen, aber als Two Red geschrieben. Der war aber auch per Copyright leider schon vergeben.

Müssen Sie eigentlich lächeln, wenn Sie ihre abgedrehten Texte schreiben?

LINDEMANN: Nicht beim Schreiben selbst, auf Papier sind es nur Worte, Aber als sie durch die Musik zu Leben erwachten, haben wir uns den Hintern abgelacht. Als wir hörten, wie ich unanständige Wörter brülle, schauten wir uns an und dachten: Was haben wir getan? Was soll’s, wir werden eh in der Hölle schmoren.

Gibt es für Sie Grenzen?

TÄGTGREN: Für mich ist es Politik, ich will keine politische Band sein.

LINDEMANN: Ich finde es gut, solche Themen aufzugreifen, aber man muss das können. Wie etwa Midnight Oil oder New Model Army.

Rammstein sind aber in der Art, wie Sie die Gesellschaft mit ihren Vorurteilen konfrontiert, auch politisch. Und „Links 2,3,4“ ist definitiv politisch.

LINDEMANN: Es ist so, dass wir als Band oft angegriffen und in die rechte Ecke geschoben wurden. Ich wollte etwas klarstellen, mich dabei aber auch nicht für etwas entschuldigen, was ich nie war, nie getan, nie gedacht habe. Ich wollte es subtiler, poetischer haben.

„Sie wollen mein Herz am rechten Fleck, doch schaue ich dann noch unten weg, dann schlägt es links“.

LINDEMANN: Es hat mir den Schlaf geraubt. Der Text war die größte Herausforderung überhaupt. Ich schrieb fast ein Jahr dran.

Statt Politik gibt es auf „Skills In Pills“ viel Sex. Auch abnormen.

LINDEMANN: So viel Sex ist gar nicht drauf, da waren wir mit Rammstein sicher expliziter.

TÄGTGREN: Echt? Okay, ich habe nicht eine einzige sexuelle Anspielung gehört. (lacht)

LINDEMANN: „Skills In Pills“ ist nicht sexy. „Yukon“ auch nicht. Okay, „Ladyboy“ schon.

TÄGTGREN: Und „Fat“!

„Golden Shower“.

TÄGTGREN: „Praise Abort“.

LINDEMANN: Okay, vielleicht ist mehr Sex auf der Platte, als ich dachte!

TÄGTGREN: Ich mag Sex, im Leben und im Business. Sex sells! Also, mehr Sex, Till! „Fifty Shades of Grey“ ist dagegen ein Kinderbuch. Aber das Schöne ist, so explizit Till sein kann, er lässt immer viel für die Fantasie offen. Unsere Musik ist wie ein offenes Buch, jeder kann reinschreiben. Oft sagt es mehr über dich als Hörer aus, als über uns Interpreten. Ich finde, dass die Songs von Till wunderbare Komödien sind. Wer den Humor nicht erkennt, hat nicht viel zu lachen im Leben.

Sie hatten vor ein paar Jahren ein extrem einschneidendes Erlebnis, Herr Tägtgren, Sie brachen zusammen, waren klinisch tot.

TÄGTGREN: Ich habe am nächsten Tag wieder gefeiert. Für mich war die Geburt meines ersten Kindes einschneidender. Ich wurde so ein Weichei.

LINDEMANN: Du warst wirklich tot? Das hast du mir nie erzählt.

TÄGTGREN: Es gibt Dinge, die du besser nicht weißt (lacht)

LINDEMANN: Okay, ich werde dich jetzt in Zukunft besser behandeln (lacht).

TÄGTGREN: Glaube ich nicht! Der Vorfall war für mich nichts Besonderes. Es war so, als ob tausende Nadeln in meinen Körper gestoßen würden, dann gingen die Lichter aus. Ich schrieb einen Song drüber - „Dancing With The Dead“ – das war’s.

Kein Licht am Ende des Tunnels gesehen?

TÄGTGREN: In meiner Welt gibt’s kein Licht. (lacht)

LINDEMANN: Wie ist das passiert, Drogen?

TÄGTGREN: Gar nicht. Ich habe mir wohl nur zu lange zu viel Stress zugemutet. Sonst nichts. Auch Herr Jägermeister war daran unschuldig.

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